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Endoskopische OCT-Laser-Theragnostik
mikrobieller Entzündungen im Mittelohr

Motivation

Die Mittelohrentzündung (Otitis Media) ist eine der häufigsten infektiösen und bakteriell verursachten Erkrankungen. Eine Form der chronischen Otitis Media ist das Cholesteatom. Es entzieht sich der Antibiotikatherapie, indem es u.a. Biofilme bildet und frisst sich in seiner aggressiven Art oft invasiv und verzweigend in das Mittelohr und den Schädelknochen ein. Die einzig effektive Therapie besteht in der klassischen mikrochirurgischen Ohroperation mit dem Ziel der vollständigen Entfernung des gesamten Entzündungsherdes. Bisher ist es intraoperativ nur begrenzt möglich, während der Resektion entzündliches von gesundem Gewebe zu unterscheiden.

 Ziele und Vorgehen

Ziel dieses Verbundvorhabens ist die Erarbeitung eines endoskopischen, minimalinvasiven Verfahrens mit Zugang zum Mittelohr durch den Gehörgang, um mittels einer innovativen theragnostischen Methodik die invasive, risikobehaftete offene OP (siehe Bild) zu ersetzen. Der diagnostische Teil soll durch die dynamische optische Kohäranztomographie (dOCT) abgedeckt werden, hierfür werden Bildverarbeitungs- und Bildstabilisierungsalgorithmen entwickelt. Die Therapie erfolgt über Vaporisierung des entzündeten Gewebes mit einem grünen Mikrochip-Laser und Nachbehandlung mit UV-Strahlung. Der Laser mit geeigneter Pulsrate und -dauer wird entwickelt und die Parameter für die Behandlung ermittelt. Die Arbeiten münden in einen Demonstrator, der in einer klinischen Studie getestet werden kann.

 Innovation und Perspektiven

Im Vergleich zum alten Verfahren wäre die neue Behandlungsmethode deutlich schonender, würde das Hörvermögen intakt lassen bei gesenkter Rezidivrate und weniger Nachsorge erfordern. Die entwickelten Technologien werden zu Medizinprodukten weiterentwickelt und können perspektivisch auf weitere Krankheitsbilder angewendet werden.


Sanierende Operation der
chronischen Otitis, Bild: UKSH
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